Immer wieder fragt man sich, nach welchem Muster oder auf welche Weise die Gewinner eines Online Wettbewerbs eigentlich ausgelost werden. Klickt man da einfach mal einen Teilnehmer an? Oder sucht man sich sogar einen sympathisch klingenden Namen aus? Um das herauszufinden, schauen wir dem geheimnisvollen Mister X – der natürlich nicht erkannt werden will – leise über die Schultern. Mister X veranstaltet die Wettbewerbe nicht selber, sondern wird beauftragt zu kontrollieren, ob alles mit rechten Dingen zu und her geht. Der Mann im grauen Anzug und mit ordentlich gebundener Krawatte, verdient seine Brötchen als Notar und weiss ganz genau, dass ein versprochener Gewinn auch tatsächlich ausbezahlt oder vergeben werden muss.
Sein Auftrag: Finde einen glücklichen Gewinner. Autos, Unterhaltungselektronik, stapelweise DVD’s, Gutscheine und luxuriöse Traumreisen: Allerlei fette Preise hat der Notar schon unter die Leute verlost. Genau genommen, hat er die Namen der Gewinner nicht ausgelost sondern „ausgeklickt“. Aus der jeweiligen Liste aller Online-Teilnehmer scrollt sich Mister X blindlings durch alle eingegangenen E-Mails, Bilder, Beiträge, oder woraus auch immer eine zufällige Auswahl getroffen werden soll. Feinsäuberlich werden alle Namen und die zugeordneten Gewinne notiert, beglaubigt und besiegelt. Auch im Zeitalter des Internets sei eine korrekte Abwicklung das A und O eines Wettbewerbs, ist Mister X überzeugt und er glaube nicht, dass ein Unternehmen das Risiko eingehen würde, irgendwas unseriöses zu tun. „Das würde dem Image schaden, das riskiert niemand“
Gut zu wissen, dass Schweizer Anbieter von Wettbewerben seriös arbeiten. Und auch wenn es nicht zwingend vorgeschrieben ist, nutzen viele Veranstalter von Gewinnspielen eine notariell beaufsichtigte Auslosung. Ob dabei von Hand ausgefüllte Talons oder virtuell verschickte Teilnahmescheine ausgelost werden, spielt keine Rolle - es soll nur alles seine Richtigkeit haben. Und das hat es auch! In nur einem Jahr werden in der Schweiz laut einer Schätzung Sachpreise mit einem Gesamtwert in Millionenhöhe verteilt. Nicht alle notariell beaufsichtigt, aber es gab auch noch nie Hinweise, dass in der Schweiz etwas schief laufen würde – sagt Mister X, der nun genau so unauffällig wieder verschwindet, wie er aufgetaucht war. Und schon bald wird er irgendwo im Internet seinem Auftrag folgen: Finde den glücklichen Gewinner!
